Willkommen auf Martins Tourenbuch!
     Menü
Tourenberichte
Verschiedenes
Kontakt

     MyGallery

Random Image

Kurz unterhalb des Fusssteingipfels

Kurz unterhalb des Fusssteingipfels


     Stuff
Bergzeit - Dein Ausrüstungsprofi mit über 150 Marken wie Deuter, Exped, Haglöfs, Mammut, Millet etc.


powered by helfer-consulting.com

Tourenwochenende Berner Oberland

Berner Oberland

Tourdaten  -  Beschreibung  -  Kommentare  -  Partner  -  Etappen  -  Höhenprofil  -  Google-Maps

Movies  -  Fotos dieser Tour


Datum: 2012-03-30 - 2012-04-01
Gipfel: Tourentyp: SkitourHinter Fiescherhorn - 4025 m
Tourentyp: SkitourFinsteraarhorn - 4273 m
Tourentyp: SkitourGross Gruenhorn - 4043 m
Gipfelfoto zur Tour: Tourenwochenende Berner Oberland


Beschreibung: 
 Die Vorbereitung/Planung: Nachdem die Anzahl der Teilnehmer unserer Expedition feststand, begann das bangen, auf den stets ausgebuchten Huetten im Berner Oberland einen Platz zu kriegen. Glücklicherweise ging der Plan perfekt auf: Freitag Nacht auf der Finsteraarhornhütte, Samstag Nacht auf der Konkordiahütte. Somit stand die Tour auch schon fest: Freitag aufs Fiescherhorn, Samstag auf das Finsteraarhorn, Sonntag aufs Grünhorn.
Alles passte, nur der Wetterbericht verschlechterte sich wenige Tage vor der Tour, nachdem ein Hochdruckgebiet für gut 2 Wochen den Alpenraum dominierte.

Freitag: Wir starten um 2:00 Uhr nachts, gehen die Ausrüstung nochmal durch und wissen dennoch, dass irgendetwas fehlen wird, wenn es gebraucht wird... Während der Fahrt, die uns nach Lauterbrunnen bringen soll, beginnt es in Vorarlberg zu regnen, na toll. Kurz vor der Schweizer Grenze merke ich, dass mein Ausweis nicht an seinem üblichen Platz in der Geldtasche ist (so viel zum Thema Ausrüstungscheck..), wir werden aber nicht kontrolliert: Egons TomTom führt uns über einige Schleichwege in Lichtenstein in die Schweiz, ohne dass wir es merken.
Wir erreichen Lauterbrunnen kurz vor 7:00 Uhr morgens, genau nach Plan. Somit können wir die erste Bahn aufs Jungfraujoch (jene um 7:07 Uhr) gleich nehmen. Zusammen mit hunderten von Japanern gehts also bergauf.
Auf der Kleinen Scheidegg sehen wir, dass der Himmel komplett bewölkt ist, auf dem Jungfraujoch sehen wir gar nichts, will heissen dass wir voll im Nebel stecken und eine kräftiger Wind bläst.
Wir haben also keine Lust nach draussen zu gehen und entscheiden, gemütlich zu Frühstücken: 2 Cappucino und 2 mikrige Stück Kuchen um etwas mehr als 15 Euro !!! Gegen 10:00 Uhr entscheiden wir, das kleine Stück zur Mönchsjochhütte zu gehen. Wir bereiten uns also vor und sofort habe ich den nächsten Schock: ich packe die falschen Felle aus dem Rucksack, jene meiner Frau, deren Schier kürzer als meine sind. Zum Glück können wir sie so viel verlängern, dass sie auf meine Schier passen.
Wir verlassen die Station und gehen in den Sturm hinaus, der am Mönchsjoch zuweilen sehr stark wird. Also warten wir erneut auf der Hütte, bis sich zumindest der Nebel auflöst, so wie im Wetterbericht verheisen.
Kurz nach 12:00 Uhr starten wir trotzdem, wir riskieren nicht rechtzeitig auf die Finsteraarhornhütte zu gelangen, liegt doch noch ein 4000er im Weg bis dorthin... Der Weg führt uns das Ewigschneefäld hinab, die Sicht beträgt wenige Meter und wir wissen bald nicht mehr wo wir sind. Nach einigen Orientierungsversuchen mit dem Kompass entscheiden wir zurückzukehren. Nach wenigen Minuten kommt erneut die Hütte in Sicht und wir erkennen, dass wir viel weniger weit gekommen waren als angenommen. Zu diesem Zeitpunkt häufen sich die Momente, wo sich die Sicht bessert und wir gehen doch wieder talauswärts zur Abzweigung aufs Fiescherjoch. Je weiter wir gehen desto mehr bessert sich die Sicht, bis wir endlich den Punkt finden, an dem wir abzweigen müssen.
Wir beginnen den Aufstieg aufs Fiescherjoch, treffen auf andere Tourengeher und sind endlich gelassen. Die Flanke bäumt sich auf und zwingt und ein gutes Stück mit Steigeisen und Pickel in guter Nordwand-Manier aufzusteigen, bis wir das Joch erreichen, wo wieder ein wilder Sturm tobt.
Ich versuche mich am Gross-Fiescherhorn, drehe aber zusammen mit zwei weiteren Tourengehern am ausgesetzten Grat um. Zusammen mit Egon gehe ich dann aber dennoch auf den Gipfel des Hinter-Fiescherhorn, wo wir bei wolkenlosem Himmel aber starken Wind endlich erkennen, in welch wunderschönen Umgebung wir uns befinden. Die Sicht auf das Finsteraarhorn ist überwältigend, die Weiten des Aletschgletschers und des Konkordiaplatzes unter uns atemberaubend.
Bald beginnen wir die Abfahrt über meist windgepresstem Schnee. Das Fahrvergnügen ist nicht gerade groß, dennoch kommen wir gut weiter. Eine steile Abfahrt zwischen großen Gletscherbrüchen bringt uns dann auf den erneut riesigen, flachen Gletscher, den wir bis zur Finsteraarhornhütte abfahren können.
Nach einer kurzen Rast bringen wir die letzten mühsamen Höhenmeter zur Hütte hinter uns, und sitzen auch schon bald beim Abendessen, nachdem es ohne große Umwege direkt ins Bett geht: der Tag war lang.

Samstag: Die Nacht verläuft nicht schlecht, wir stehen relativ spät, sprich um 6:15 Uhr auf um um 6:30 zu frühstücken, bevor es wieder in den Sturm geht, der wie am Vortag bläst.
Der Aufstieg aufs Finsteraarhorn ist nicht zu verfehlen, mehr als die halbe Hütte entscheidet sich, diesen Weg zu gehen, dementsprechend ausgetreten ist die Spur.
Kurz unterhalb des Frühstücksplatzes bläst der Wind so stark, dass jede Spitzkehre die Gefahr birgt, vom Wind umgestoßen zu werden. Wir versuchen im Schutze einiger großen Steine ein wenig zu rasten und einen Schluck Tee zu trinken, es will aber keine Gemütlichkeit aufkommen, also gehen wir weiter. Die Windstärke nimmt zu und ab, je nachdem ob man sich in einer Mulde befindet oder nicht. Kurz unterhalb des Schidepots wird der Wind so stark, dass einige sogar entscheiden umzukehren und jene, die weitergehen, nur noch etappenweisen gehen, das heisst nur schnell einige Schritte wagen, wenn der Wind kurz nachlässt, um danach wieder in die Hocke zu gehen, wenn der Wind wieder zunimmt. Extrem!
Am Schidepot angelangt warte ist der Blick in die Ostwand furchteinflösend: um nichts in der Welt möchte ich jetzt dort drinnen hängen... Der letzte Teil des Aufstiegs verläuft am Grat bzw. kurz unterhalb des Grates in der Westflanke. Die Verhältnisse sind erstklassig. Nach kurzer Zeit erreichen wir den Gipfel, den wir auch einige Minuten lang für uns alleine haben. Auch hier ist der Wind so stark, dass wir nur schnell die Pflichfotos machen und danach wieder absteigen. Am Schidepot verweilen wir auch nicht lange, wir starten sofort die Abfahrt über erneut harten Schnee. Nur wenige Meter oberhalb der Hütte kommen wir in den Genuß von einigen Firnschwüngen.
Da wir gut in der Zeit liegen, gehen wir erneut in die Hütte und essen dort eine Suppe, bevor wir den Übergang zur Konkordia hütte in Angriff nehmen. Dieser sieht länger aus als er ist: nach 1,5 Stunden sind wir am Grünhornjoch und beginnen eine tolle Abfahrt in Richtung Konkordiahütte. Hier finden wir unterhalb der 466 (ja, ich habe sie gezählt !!!) Stufen hinauf zur Konkordiahütte eine windstilles Flecklein, wo wir uns mental auf die Stiegen vorbereiten können, telefonieren und das Schidepot einrichten.
In der Konkordiahütte geniessen wir das Hüttenleben, lassen den Tag Revue passieren und beginnen die Planung für unseren letzten Tag. Wir sind uns nicht sicher, ob wir den Aufstieg aufs Grünhorn und den langen Aufstieg zurück aufs Mönchsjoch schaffen werden. Wir verschieben die endgültige Entscheidung stets mit den Worden: Wir werden schon sehen...

Sonntag: Die Nacht hier verläuft unruhiger, der Sturm lässt kein bisschen nach und rüttelt an allem was er findet. Der Gedanke, die warme Hütte verlassen zu müssen ist nicht gerade aufmunternd. Wir starten mit dem Großteil der Gäste, sind aber einige der ersten, die den Weg in Richtung Grünhorn einschlagen. Das Wetter ist wider Erwarten immer noch perfekt (der Wind zählt schon lange nicht mehr als Kriterium), also bleibt uns keine andere Wahl!
Der Aufstieg aufs Gruenhorn wird sich als der interessanteste von allen herausstellen, führt er doch von einem Gletscherbruch zum nächsten, sodaß immer für Abwechslung gesorgt ist. Auch der Schlußabschnitt, der erneut mit Steigeisen einem Grat entlang geht, ist interessant und gipfelt nach einem kurzen Firngrat auf dem Gipfel eines Berges, der inmitten der 4000er des Berner Oberlandes steht: egal wohin man schaut, die Aussicht ist phänomenal. Auch hier zwingt uns leider der Sturm zum baldingen Abstieg, wir rasten erst auf dem Ewigschneefäld. Diese Rast ist auch dringend notwendig, wartet doch noch der Haatsch auf Mönchsjoch auf uns. Um es kurz zu machen: er war seeehr sehr lang.
Auf der Mönchsjochhütte rasten wir erneut und stärken uns, sind wir doch sehr gut in der Zeit. Wir schaffen es sogar noch, den Zug um 16:00 Uhr zu nehmen, der uns nach 2 Stunden Abfahrt in Lauterbrunnen wieder ausspuckt. Wir fahren los und suchen ein Restaurant, um die Tour bei einem guten Abendessen ausklingen zu lassen.

Ein wunderschönes Wochenendes, ein wahres Highlight !!!


Kommentare: [Beitrag verfassen...] 
 

Ausser mir noch dabei: [?]
 PartnerEgon   [?]
Partner


Etappen: 
 05:00 hAufstiegTalort: LauterbrunnenLauterbrunnen - 795 m 
 01:00 hAufstiegStützpunkt: Kleine ScheideggKleine Scheidegg - 2061 m 
 01:00 hAufstiegStützpunkt: JungfraujochJungfraujoch - 3454 m 
 00:15 hAufstiegStützpunkt: MoenchsjochhutteMoenchsjochhutte - 3650 m 
 01:30 hAufstiegGeländepunkt: Ewigschneefäld - Abzweigung FieschersattelEwigschneefäld - Abzweigung Fieschersattel - 3250 m 
 02:00 hAufstiegGeländepunkt: FieschersattelFieschersattel - 3923 m 
  00:30 h Gipfel: Hinter Fiescherhorn Hinter Fiescherhorn - 4025 m 
 00:45 hAbstiegGeländepunkt: Walliser FiescherfirnWalliser Fiescherfirn - 3000 m 
 00:09 hAbstiegStützpunkt: KonkordiahütteKonkordiahütte - 2850 m 
 01:30 hAufstiegGeländepunkt: Finsteraarhorn - FrühstücksplatzFinsteraarhorn - Frühstücksplatz - 3616 m 
 01:30 hAufstiegGeländepunkt: HugisattelHugisattel - 4088 m 
  00:30 h Gipfel: Finsteraarhorn Finsteraarhorn - 4273 m 
 00:20 hAbstiegGeländepunkt: HugisattelHugisattel - 4088 m 
 00:20 hAbstiegGeländepunkt: Finsteraarhorn - FrühstücksplatzFinsteraarhorn - Frühstücksplatz - 3616 m 
 00:20 hAbstiegStützpunkt: FinsteraarhornhütteFinsteraarhornhütte - 3040 m 
 00:15 hAbstiegGeländepunkt: Walliser FiescherfirnWalliser Fiescherfirn - 3000 m 
 01:30 hAbstiegGeländepunkt: GrünhornlückeGrünhornlücke - 3280 m 
 00:20 hAbstiegGeländepunkt: KonkordiaplatzKonkordiaplatz - 2750 m 
 00:07 hAbstiegStützpunkt: KonkordiahütteKonkordiahütte - 2850 m 
 00:48 hAufstiegGeländepunkt: KonkordiaplatzKonkordiaplatz - 2750 m 
 01:45 hAufstiegGeländepunkt: Ewigschneefäld - Abzweigung GrünhornEwigschneefäld - Abzweigung Grünhorn - 3100 m 
 01:05 hAufstiegGeländepunkt: Schidepot - GrünhornSchidepot - Grünhorn - 3950 m 
  00:20 h Gipfel: Gross Gruenhorn Gross Gruenhorn - 4043 m 
 00:20 hAbstiegGeländepunkt: Schidepot - GrünhornSchidepot - Grünhorn - 3950 m 
 00:20 hAbstiegGeländepunkt: Ewigschneefäld - Abzweigung GrünhornEwigschneefäld - Abzweigung Grünhorn - 3100 m 
 02:00 hAbstiegStützpunkt: MoenchsjochhutteMoenchsjochhutte - 3650 m 
 00:07 hAbstiegStützpunkt: JungfraujochJungfraujoch - 3454 m 
 01:00 hAbstiegStützpunkt: Kleine ScheideggKleine Scheidegg - 2061 m 
 01:00 hAbstiegTalort: LauterbrunnenLauterbrunnen - 795 m 
Etappenfoto zur Tour: Tourenwochenende Berner Oberland


Google-Maps: 
 


Höhenprofil / Gehzeiten: 
 Höhenprofil zur Tour: Tourenwochenende Berner Oberland

  Aufstieg (Hm)Aufstieg (Zeit)Abstieg (Hm)Abstieg (Zeit)
 1. Tag971 m02:45 h1575 m02:24 h
 2. Tag1803 m05:07 h1803 m01:34 h
 3. Tag1843 m05:10 h1239 m01:35 h
 Gesamt4617 m13:02 h4617 m05:33 h


Movies: 
 Egon im Sturm unterhalb der Mönchsjochhütte
 Rundumblick auf dem Gipfel des Fiescherhorns
 Die berüchtigten Treppen zur Konkordiahütte

 Fotos dieser Tour    Zurück