Nachdem wir in Zermatt ziemlich schnell und überhastet abgehaut waren (um ein Haar fuhren wir mit der Bahn wieder zurück nach Zermatt, weil wir nicht ausgestiegen waren...), gings darum, die Hütten ringsherum anzurufen, um die aktuellen Verhältnisse zu erfahren. Im Wallis waren die Verhältnisse generell schlecht, es hatte zu viel Neuschnee. Die Valsoreyhütte am Grand Combin hingegen meldete uns gute Verhältnisse, wir sollten aber noch einen Tag warten und nicht sofort an diesem Tag auf die Hütte aufsteigen. Deshalb ließen wir es uns gut gehen bei einem zünftigen Essen und suchten in aller Ruhe in Bourg St. Pierre einen Ort für unser Zelt, bevor wir den Rest des Tages durchs Dorf bummelten. Am Tag nachher war das Wetter wundervoll, obwohl es nachts ein wenig geregnet hatte. Wir machten uns auf den Weg in Richtung Valsoreyhütte, den wir sehr lang wußten. Also gingen wir sehr gemütlich, aßen immer wieder einen Pfirsich, die wir am Vortag gekauft hatten. Trotz unserem gemächlichem Tempo waren wir in wenig mehr als drei Stunden auf der Hütte. Die Hütte war fast leer und wir hatten Zeit, uns vom Hüttenwirt den Aufstieg über den Meitingrat erklären zu lassen. Nach einem gemütlichen Abendessen gings ins Bett. Am Morgen, nach einem guten Frühstück, wollte keiner der anderen so recht als erster die Hütte verlassen, deshalb starteten Tom und ich plötzlich im vierten Gang los (den Weg hatten wir am Vortag schon studiert), sodaß uns keiner recht lange folgen konnte. Der Aufstieg war nicht sehr schwierig, einzig und allein die Tatsache, mit den Steigeisen klettern zu müssen war etwas schlecht, denn wir hatten vielfach eine kleine Eisauflage auf den Felsen. Im Aufstieg verloren wir auch noch etwas Zeit, weil mir meine Mütze davonflog und ich eine Weile brauchte sie im Halbdunkeln zu finden. Auf dem Grand Combin de Valsorey war es bereits seit einiger Zeit Tag, das Wetter gut, nur ein starker Wind wehte dort oben. Wir hielten uns nicht lange auf und gingen weiter auf den Grand Combin de Graffeniere. Dort ließen wir uns etwas über die Wechte hinab, nachdem wir uns mit dem Seil am großen Masten sicherten. Dort war kein Lüftchen zu spüren und wir genossen die herrliche Aussicht nach Aosta. Der Abstieg über die Südflanke erforderte dann noch etwas Konzentration, die Schneeauflage war eigentlich nur von Vorteil. Nach einer kurzen Rast auf der Hütte entschieden wir, sofort abzusteigen und nach Hause zu fahren. Ein wahnsinniges Bergwochenende war zu Ende gegangen, die Gipfel, die wir im Gepäck hatten, gaben uns ein gutes Gefühl.