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Dolomiten vertikal - Band Nord\"\"

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Langkofel - Plaichinger

Dolomiten

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WebCams  -  Fotos dieser Tour


Datum: 2006-07-02
Gipfel: Tourentyp: KlettertourLangkofel - 3181 m - Plaichinger
Gipfelfoto zur Tour: Langkofel - Plaichinger


Beschreibung: 
 Endlich sollte die Langkofel Nordkante (Pichlkante) fallen. Die Vorzeichen standen gut: bestes Wetter war vorausgesagt, die Wärme der vorigen Tage versprach einen trockenen Fels und wir hatten schon eine anständige Klettertour hinter uns, um nicht mit diesem Brocken den Sommer zu beginnen.
Es ging aufs Sellajoch, noch bevor die Straße für das Fahrradrennen gesperrt wurde. Der Weg zum Zustieg war sehr einfach, eben Richtung Comici Hütte und dann kurz vorher nach links zur Wand hinauf. Das alles bei einem wunderschönen Sonnenaufgang.
Der Einstieg war eigentlich gleich gefunden: eine Grasrampe, die zu einem Kamin führt. Das alles mit einigen Spuren, die erst wenige Tage alt waren. Erst am Gipfel sollten wir erfahren, daß der richtige Einstieg 200 m weiter rechts gewesen wäre...
Die erste Seillänge, laut Topo IV-, ging mit den Bergschuhen eigentlich reibungslos: die ausgewiesene Sanduhr wurde sofort gefunden, eine Schlinge steckte auch darin. Perfekt also. Danach begannen die Ungereimtheiten: eine Seillänge III, die nach rechts hinauf führen sollte. Wir versuchten es trotzdem links, danach kletterte ich allerdings wieder ab (es war nass nebenbei). Der zweite Versuch ging nach rechts, auch wieder zurück. Ich ging wieder links hinauf, gut 50 Meter, bis ich endlich einen Stand machen konnte, um Tom nachkommen zu lassen. Dieser kam und wir entschieden, daß wir abermals falsch waren: also hieß es, zwei Mal abseilen (die Schlingen blieben zurück...).
Bis jetzt waren schon mehr als zwei Stunden vergangen und wir wurden bereits unruhig. Wir querten dann eine Seillänge nach rechts, ohne an Höhe zu gewinnen, alles in fraglichem Gelände, nahe am Einstieg.
Jetzt begann die Odyssee: wir suchten Anhaltspunkte in der Wand und verglichen sie mit dem Topo der Pichlkante, das wir hatten: manches stimmte überein, was uns im Glauben ließ, das Topo sei einfach SEHR ungenau. Daß die Wegfindung schwierig sein würde, wußten wir ja bereits.
Wir gingen also eine Seillänge nach der anderen, manchmal sichernd, manchmal am kurzen Seil, teils dem Topo nach (sofern es wiedereinmal richtig aussah), teils einfach wo es uns am leichtesten vorkam.
Die Entscheidung umzukehren verschoben wir immer wieder auf die nächste Seillänge: wenn es dort nicht mehr gut gehen sollte, würden wir umkehren. Das Blöde war, daß wir einige Nägel und auch Steinmännchen vorfanden, die uns wieder Selbstvertrauen gaben. Als wir endlich wieder sicher waren, den richtigen Weg gefunden zu haben (gelbe Felsen, eine Querung des Wasserfalls), kamen wir zu einer Rinne, die, wie es der Führer beschrieben hat, anfangs im IV Grad, danach im III Grad nach oben führte. Am Ende des Kamins fanden wir sogar ein Steinmännchen. Danach kam aber die schwierigste Seillänge, die uns die Gewissheit gab, falsch zu sein: es ging vom Steinmännchen 6-8 m quer nach rechts, bis ich einen Kamin fand. Ich dachte: gut, besser kanns nicht sein. Er sah von unten relativ leicht zu klettern aus. Also ging ich los. Das Problem war, daß der Kamin kein Ende haben wollte und sich immer mehr aufstellte. Ich brachte 2 Zwischensicherungen an und plötzlich war das Seil zu Ende: ich war 60 m gegangen!!! Ich konnte mich noch in eine Nische retten, die allerdings sehr unbequem zum Stehen war, die Sicherungsmöglichkeiten waren auch schlecht.
Ich brachte (mit Krämpfen in den Beinen ringend) 2 Klemmkeile, eine Schlinge und einen Friend als Sicherung an, jedoch nichts konnte mich überzeugen: ich traute mich nicht mal mein eigenes Gewicht in den Stand zu hängen, vom Sichern gar nicht zu reden. Also der Entschluß: Tom sollte ein wenig nachkommen, damit ich wieder etwas Seil hatte; der Rucksack wurde in der Nische deponiert (Tom würde ihn irgendwie mitnehmen müssen), und ich stieg weiter (es war nicht mehr weit zu einem Absatz). Ohne Rucksack war ich schmal genug, vollständig in den Kamin zu schlüpfen, der eigentlich einigen Bergdohlen gehörte, die ich aufscheuchte. Mir war in diesem Moment alles egal, auch die Tatsache, daß der Kamin von den Bergdolen, die dort ihr Nest hatten, vollgeschissen war. Nach zwei Metern mußte ich aus dem Kamin raus, überwand einen kleinen Bauch und war oben (in Sicherheit). Dort fand ich zu unserer Freude sogar einen eingerichteten Stand (mit Nägel). Tom kam dann nach, brachte auch meinen Rucksack, danach wurde erstmal gerastet, um uns von dieser Seillänge zu erholen.
Als es weiter ging, fanden wir gleich nochmal einen Nagel, der uns wieder feiern ließ und es schaute aus, daß wir endlich richtig waren. Ein angeblich 'versteckter' Kamin, der nochmal IV war und an dessen Fuß ein Nagel war, ließ in mir keinen Zweifel mehr aufkommen richtig zu sein, Tom, der die Topo mit dem Höhenmesser verglich, war sich nicht so sicher. Egal, wir gingen den Kamin hoch, der bald breiter und eigentlich eine leichte Rinne wurde. Von da an waren die technischen Schwierigkeiten ein Kinderspiel, wir gingen bis zum Gipfel (ca. 400 Höhenmeter) am kurzen Seil. Hier trafen wir auch zwei Italiener, die uns dann Gewissheit gaben: sie haben soeben die Pichlkante (UNSERE TOUR !!!!) gemacht...
Der restliche Teil zum Gipfel des Langkofel war einfach, teils in IIer-IIIer Gelände, jedoch in gutem Fels (den wir bei weitem nicht überall hatten), teils auf einem Grat, der richtig toll zu klettern war.
Auf dem Gipfel kamen dann einige Wolken, wir stiegen also nach gut 40 Minuten über den Normalweg ab. Hier bekam ich weiche Knie, ich fühlte mich beim Abklettern der IIer und IIIer Stellen gar nicht wohl, wollte abseilen, wo es nur ging. Nach mehr als drei Stunden kamen wir dann ziemlich erschöpft zur Toni Demetz Hütte, wo es dann ein Bier und einen Schnaps (Langkofelwasser) gab. Wir hatten auch die Ehre, ins spezielle Hüttenbuch schreiben zu dürfen.
Für die Seilbahn war es leider zu spät, in 30 Minuten waren wir allerdings wieder beim Auto.
Ein Bier gabs dann noch in St. Christina, bei einer überaus redsamen Kellnerin, danach gings nach Hause und nichts wie ins Bett...

Erst einige Zeit später stellte sich heraus, dass aus der Langkofel Nordkante (Pichlkante) eigentlich die Langkofel Plaichinger geworden war.


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Etappen: 
 01:00 hAufstiegTalort: SellajochhausSellajochhaus - 2179 m 
 00:50 hAufstiegGeländepunkt: Einstieg Langkofel PlaichingerEinstieg Langkofel Plaichinger - 2300 m
  09:30 h Gipfel: Langkofel Langkofel - 3181 m 
 03:10 hAbstiegStützpunkt: Toni Demetz HütteToni Demetz Hütte - 2685 m 
 00:30 hAbstiegTalort: SellajochhausSellajochhaus - 2179 m 
Etappenfoto zur Tour: Langkofel - Plaichinger


Google-Maps: 
 


Höhenprofil / Gehzeiten: 
 Höhenprofil zur Tour: Langkofel - Plaichinger

  Aufstieg (Hm)Aufstieg (Zeit)Abstieg (Hm)Abstieg (Zeit)
 1. Tag1002 m10:20 h1002 m03:40 h

WebCams:
 BeschreibungAusrichtungQualität
 Der Blick ist auf die Langkofel Nordwand gerichtet.Süden
 Das Bild zeigt die gesamte Langkofelgruppe.Südosten
 Bilck von St. Urlich in Richtung Sellastock und Langkofel.Osten
 Guter Blick in die Langkofel Nordwand.Südosten

 Fotos dieser Tour    Zurück