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Der Gipfel ist sehr nahe

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Matterhorn - Zmuttgrat

Wallis

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Datum: 2015-07-19 - 2015-07-21
Gipfel: Tourentyp: HochtourMatterhorn - 4477 m - Zmuttgrat
Gipfelfoto zur Tour: Matterhorn - Zmuttgrat


Beschreibung: 
 Das Matterhorn, einer der schönsten Berge die ich kenne, schon ewig auf meiner Wunschliste ganz ganz oben. Aufstieg über den Zmuttgrat, einer klassischen Route, der ich mich lange nicht gewachsen gefühlt habe. Zusammen mit zwei großartigen Freunden, was für eine Tour. Aber wie immer der Reihe nach...

Samstag, 18.07.2015: Das Ziel steht schon lange fest, die Entscheidung für den Aufbruch wird aber erst gegen 16:00 Uhr getroffen, als der letzte Wetterbericht seine aktuellsten Daten preisgibt: nicht ideal, aber es könnte auch schlimmer sein. Egon meint, wir sollten trotz allem auf der Hörnlihütte nachfragen, ob wir Platz finden, anstatt uns auf eine Zeltnacht bei schlechtem Wetter einzulassen und siehe da, wir bekommen ein Zimmer. Die Tatsache aber, dass wir 150 CHF pro Nase bezahlen müssen, lässt uns etwas zögern... aber was solls, es ist halt das Matterhorn (wie sich auch der Hüttenwirt denken wird !)

Sonntag, 19.07.2015: Wir starten um 03:00 Uhr in Bruneck und fahren die übliche Strecke über Mailand und den Simplonpass. Die Fahrt verläuft reibungslos, Frühstück wie immer kurz nach Mailand, und danach ab nach Täsch um das Auto zu parken und nach Zermatt zu fahren, schon fast Routine...
Wir wollen die ganze Sache extrem ruhig angehen lassen und suchen vergebens eine Weisswurst im Dorfzentrum von Zermatt. Als wir nichts finden begnügen wir uns auch mit normalen Würstchen und Pommes. Anschließend beginnen wir gemeinsam den Aufstieg in Richtung Hörnlihütte. Egon und Hansjörg widerstehen der Versuchung nicht, mit der Bahn zumindest bis zur Station Schwarzsee zu fahren, ich möchte alles "by fair means" machen und gehe alleine zu Fuss weiter. Der Preis dafür ist ein erster Regenschauer, den ich voll abbekomme, aber was solls, es ist halt das Matterhorn... Auch später werde ich nochmal für meine "Fairness" bestraft, als ich unterhalb der Hörnlihütte nochmal ein wenig Hagel erwische, so 10 Minuten etwa, aber was solls, es ist halt das Matterhorn...
In der Hütte dann die positive Überraschung: wenig Betrieb, alles neu, alles toll, alles perfekt. Das Essen schmeckt gut, das Gratis-WLAN ist schnell, einzig das richtig Wichtige scheint nicht recht zu mögen, und zwar das Wetter. Der Regen kommt und geht, mal mehr mal weniger, und wir warten gespannt vor den grossen Fenstern auf die versprochene Wetterbesserung.
Kurz nach dem Abendessen gehen wir dann schlafen, die Wetterbesserung ist in der Tat eingetreten, es wendet sich alles zum Guten für uns...

Montag, 20.07.2015: Wir stellen den Wecker auf 02:00 Uhr, schlafen aber alle drei sehr wenig, sodass wir froh sind, endlich aufstehen zu können. Das Frühstück geniessen wir alleine und mit Stirnlampen, danach gehts raus bei mehr als angenehmen Temperaturen und die wenigen Metern zum Einstieg des Hörnligrates empor. Diesen beachten wir gar nicht, sondern wir gehen auf den Gletscher hinab und suchen in der Dunkelheit die Stelle, an der wir das obere Gletscherplateau erreichen müssen. Nach einigem Suchen finden wir die Stelle und mühen uns sofort mit einer rassigen Kletterstelle ab.
Anschließend eine steile Flanke im Eis bevor wir endlich das Plateau erreichen. In der Zwischenzeit hat Egon genug von seiner Stirnlampe und lässt sie einfach fallen oder besser gesagt, er verliert sie, als es noch dunkel ist. Der Weiterweg in Richtung Zmuttgrat verläuft anfangs flach über den Gletscher unterhalb der Nordwand, danach aber immer steiler abfallend, sodass wir wieder mit Pickel und Frontalzacken unterwegs sind, diesmal sogar von Steinschlag begleitet, der uns einmal zum Teil trifft und auf jeden einen riesigen Schrecken einjagt. Nicht ganz einfach erreichen wir die Rippe, die vom Zmuttgrat herunterzieht und anschließend deren höchsten Punkt, wo wie Tour eigentlich startet. Es sind schon 3 1/2 h vergangen, es ist mittlerweile ein herrlicher Tag geworden.
Wir gehen weiter in einfachem Gelände in Richtung Zmuttzähne. Diese werden wie in der Tourenbeschreibung vorgeschlagt rechts umgangen und schon finden wir uns in dem Teil des Grates wider, der uns einiges an Kopfzerbrechen bereitet hatte, der allerdings als der schönste Teil im interessanten Klettergelände bezeichnet werden kann. Bis hier ist der Fels zwar zum Teil etwas brüchig jedoch schön trocken. Ab einer Höhe von ca. 4100 m bekommen wir es aber mit einer 5 - 10 mm dicken Eisschicht zu tun, die alles umgibt und die Karten plötzlich neu mischt: da wir nur schlecht sichern können entscheiden wir, seilfrei zu gehen, sind uns aber des Risikos bewusst. Nach einer kritischen Passage, bereits in Richtung Westwand, wird das Gelände ber wieder ein wenig flacher (wenn man so sagen kann) und wir kommen trotz des Eises gut voran. Als ich dann Hansjörg sehe, wie er auf der Carrel Gallerie die Wandmitte verlässt und in Richtung Grat geht, wird mir langsam klar, dass unser Unternehmen Erfolg haben würde. Die letzen Meter auf dem Grat ziehen sich noch ein wenig, danach sind wir aber (von einigen Wolken umhüllt), fast alleine, auf dem Gipfel des Matterhorns und freuen uns gemeinsam über das vollbrachte.
Wir geniessen den Gipfel alleine für fast eine halbe Stunde, bevor wir den langen Abstieg über den Hörnligrat angehen, der uns allen nach dem langen Aufstieg ein wenig Angst macht. In der Tat heisst es über 5 Stunden hinweg ständig konzentriert zu sein, wenn es darum geht, 1000 Höhenmeter in übelstem Gelände abzuklettern. Als wir nach 5 Stunden endlich wieder "Boden" unter unseren Füssen haben, sind wir erleichtert und stürzen uns in die Hörnlihütte um endlich was zu trinken.
Wiederum eine halbe Stunde später gehen wir den Abstieg nach Zermatt an. Als wir nach 1 1/2 h Gehzeit, in der nicht gerade viel geredet wurde, das Hotel Schwarsee erreichen, überreden wir uns gegenseitig, hier die Nacht zu verbringen anstatt abzusteigen und sofort nach Hause zu fahren (nur um der Sicherheit wegen natürlich...). Wir trinken drei Hefebier um auch sicher zu gehen, dass wir einschlafen, und gehen dann zufrieden zu Bett.

Dienstag, 21.07.2015: Der Tag beginnt wie im Urlaub: Ein herrliches Frühstück, als Panorama die 4000er des Wallis, ein wunderschönes Wetter und das Wissen, die Arbeit bereits getan zu haben. Wir fahren mit der Bahn nach Zermatt und erreichen punktlich zum Mittagessen unser Stammlokal in Varzo, wo wir wie üblich die Tour ausklingen lassen.


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Etappen: 
 00:30 hAufstiegTalort: ZermattZermatt - 1620 m 
 02:00 hAufstiegStützpunkt: Hotel SchwarzseeHotel Schwarzsee - 2583 m 
 03:30 hAufstiegGeländepunkt: P. 3627 - ZmuttgratP. 3627 - Zmuttgrat - 3627 m 
 01:30 hAufstiegStützpunkt: HörnlihütteHörnlihütte - 3260 m 
 06:00 hAufstiegTalort: TäschTäsch - 1500 m 
  06:00 h Gipfel: Matterhorn Matterhorn - 4477 m 
 02:30 hAbstiegStützpunkt: SolvayhütteSolvayhütte - 4003 m 
 02:30 hAbstiegStützpunkt: HörnlihütteHörnlihütte - 3260 m 
 01:30 hAbstiegStützpunkt: Hotel SchwarzseeHotel Schwarzsee - 2583 m 
 00:15 hAbstiegTalort: ZermattZermatt - 1620 m 
 00:30 hAbstiegTalort: TäschTäsch - 1500 m 
Etappenfoto zur Tour: Matterhorn - Zmuttgrat


Google-Maps: 
 


Höhenprofil / Gehzeiten: 
 Höhenprofil zur Tour: Matterhorn - Zmuttgrat

  Aufstieg (Hm)Aufstieg (Zeit)Abstieg (Hm)Abstieg (Zeit)
 1. Tag1640 m03:30 h1760 m06:00 h
 2. Tag2977 m09:30 h1894 m06:30 h
 3. Tag0 m00:00 h120 m00:30 h
 Gesamt4617 m13:00 h3774 m13:00 h

WebCams:
 BeschreibungAusrichtungQualität
 Blick von Cervinia auf das Matterhorn (Liongrat).Nordosten
 Im Bild der HörnligratWesten
 Paradeblick auf das Matterhorn von Zermatt ausSüdwesten
 Im Bild der Hörnligrat von einer anderen (entfernten) PositionSüdwesten

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