Nicht der Suldengrat auf die Königsspitze, wie anfangs geplant, sondern der Ostgrat auf den Turnerkamp war meine erste Tour nach gut drei Monaten. Mit dabei Hansjoerg, Tom und Reini. Meine anfänglichen Ängste, ich würde mit diesen Burschen nicht Schritt halten können, waren zum Glück unbegründet, sodass die Tour einen Stern in jeder Hinsicht verdienen kann.
Start um 4:00 Uhr in Bruneck: früh, denn es würde ein langer Tag werden. Der Aufstieg auf das Trattenjoch kostet uns vier Stunden, ewig im Vergleich zu einer Schitour auf die V. Hornspitze. Vom Joch dann eine gute halbe Stunden waagrecht dem einfachen Grat entlang, die Hände werden nur selten benötigt. Dann aber wird es ernst. Der Grat steilt das erste Mal auf, es wird interessant. Anfangs geht es noch leicht, dann aber haltet uns ein anfangs nichtssagender Turm auf und kostet uns einiges an Zeit. Hier waren auch das erste Mal die stinkigen Felsen zu riechen... Diese erste Kletterpassage war gar nicht ohne ! Danach wurde der Grat wieder einfacher, bis wieder ein Turm, von senkrechten Rissen durchzogen, das nächste Mal die Emotionen hoch spielen ließ. So ging es noch einige Male weiter. Den letzten Aufschwung ließen wir rechts liegen, gingen kurz in die brüchige ekelige Flanke, bevor dann nach wenigen Metern auf dem Grat der Gipfel dem Ganzen ein Ende setzte.
Auf dem Gipfel dann Entspannung pur: wenig Wind, viel Sonne. Wir hielten uns recht lange auf, der Abstieg durch die brüchige Ostflanke war nicht gerade verlockend. Den Übergang auf den Gletscher absolvierten wir mit Abseilen in die Randspalte, noch mal kurzes Herzklopfen. Danach die lange Abfahrt über den Gletscher, bevor der noch längere Abstieg zur Gögealm, wo dann doch noch ein gutes Bier und tolle Nudeln zu haben waren. Nach einer ausgiebigen Rast und Stärkung ist dann nur noch der ewig lange Abstieg über den Forstweg zu erwähnen, der einem im Winter mit Schiern gar nicht auffällt.