Die Wettervorhersage war super, also fiel die Wahl auf den Elfer in Sexten.
Start um 3:00 Uhr in Bruneck und gegen 3:45 in Sexten. Der Aufstieg zur Sentinella Scharte war eigentlich gar nicht so unfein: die Temperaturen waren gerade recht, der Mond machte die Stirnlampen überflüssig und das Tempo war perfekt. Der obere Teil im Geröllfeld konnte da nichts ändern. Der Klettersteig und die aufgehende Sonne liesen dann sowieso alles wieder vergessen. Sobald die Scharte erreicht wurde, änderte sich das Gelände schlagartig: plötzlich waren wir nicht mehr auf einem Weg bzw. Geröllfeld, sondern in alpinem Gelände, das keine Fehler erlaubt. Der Aufstieg auf den Nordgipfel war wie die gesamte Tour sehr brüchig und nicht immer eindeutig, da viel zu viele Steinmänner den richtigen Weg weisen wollten. Kurz unterhalb des Gipfels entschieden wir auch, für eine kurze Stelle das Seil zu nehmen und zu sichern. Auf dem Nordgipfel hielten wir unss nicht lange auf, denn wir wußten, was noch auf uns zukommen würde. Der Südgipfel war zwar zum Greifen nahe, da uns nur ca. 150 m Luftlinie trennten, dennoch rechneten wir mit 2 Stunden Gehzeit, um den Südgipfel zu erreichen. Der Übergang zum Südgipfel war dann nochmal eine Stufe brüchiger: steilen Rinnen, die sowohl im Aufstieg sowie im Abstieg zu bewältigen waren, in denen nichts als Schutt lag. 30 Höhenmeter unterhalb des Gipfels, als wir die letzte im Führer zu erreichende Scharte erreichten, hatten wir Probleme mit der Wegbeschreibung, die wir mithatten: wir konnten uns nicht entscheiden, ob ein heikles Band zu queren (laut Führer), oder eine brüchige Wand zu besteigen, in der jedoch 2 Schlingen hingen. Zuletzt entschieden wir nach einigem Probieren für die Wand, die uns bis an den Gipfel brachte. Auf dem Gipfel waren wir kurz alleine, danach kamen zu unserer Überraschung noch einige Persone (4) hinzu. Die Aussicht und das Wetter waren traumhaft. Der Abstieg über den Normalweg erwies sich als gar nicht so einfach. Es galt, viel abzuklettern in nicht immer gutem Gestein. Ab dem Biwak folgte noch der Aufstieg auf den Zsigmondykamm, dessen Abstieg dann nochmal heikel war, will heißen, wir mußten eine 200 m Wand abkelttern. Der restliche Weg zur Zsigmondyhütte war Wandergelände. Auf der Hütte hatten wir wieder unsere paar Bierchen und eine nette Diskussion mit dem Hüttenwirt. Wir verließen die Hütte diesmal zwar früher, jedoch wieder im selben angeheiterten Zustand. Zuletzt ließen wir die Tour beim Würstlstand von Goerg (Schorsch) in Olang ausklingen...