23.09.2010 Hochfeiler Ostgrat
Bevor der Herbst kommt und auf den höheren Bergen der erste Schnee faellt, sollte noch eine anspruchsvollere Tour gemacht werden, da waren sich Michael und ich einig. Nur das Ziel war noch nicht ganz klar. Und so fiel die Wahl schliesslich auf den Hochfeiler Ostgrat.
Start war um 3.30 in Dun, im hintersten Pfunderer Tal. Unsere Motivation liess sehr zu wuenschen uebrig und so verlief der Anstieg hinauf zur Edelrauthütte und weiter zur Oberen Weisszintscharte im hellen Licht des Vollmondes fast wortlos. Am Beginn des Schlussgrates der zum Weisszint fuehrt ging dann die Sonne auf und nach ca. 4 Stunden hatten wir den langweiligen Teil der Tour hinter uns gebracht.
Am Gipfel machten wir eine kurze Rast, legten den Gurt an und gingen am kurzen Seil zum Nordgipfel wo der Westgrat des Weisszint beginnt. Dort dann die Überraschung: Der gesamte Grat war auf der Nordseite mit Neuschnee bedeckt und so dachten wir schon an den Abbruch der Tour. Da wir uns aber nicht so schnell geschlagen geben wollten, entschieden wir uns dafür die Tour zumindest zu probieren und eventuell in der Scharte zwischen Hochfeiler und Weisszint abzubrechen. So begannen wir den heiklen Grat abzuklettern. Die grosse Ausgesetztheit in Verbindung mit dem Neuschnee machte den Grat zu einer heiklen Sache und auch die spaerlichen Sicherungsmoeglichkeiten und die Kaelte machten das Klettern nicht gerade einfach. So brauchten wir fuer den kurzen Grat vom Gipfel in die Scharte knapp 2 Stunden.
Hier entschieden wir uns, in der Hoffnung nun schneller voranzukommen, doch noch den Ostgrat des Hochfeilers anzugehen. Einige Gendarmen umgingen wir in der Südflanke, wo jedoch das Gestein sehr bruechig war. Der ganze Ostgrat zog sich dann doch ganz schoen in die Laenge und der Neuschnee forderte immer vollste Konzentration. Auch die Ausgesetztheit liess nicht nach. Nach weiteren 4 Stunden standen wir dann endlich am Gipfel des Hochfeilers. Die Freude ueber die gemeisterten Schwierigkeiten war gross und das gute Wetter tat sein uebriges.
Nachdem wir die ´´Akkus´´ (die nach 11 Stunden ziemlich leer waren) aufgeladen hatten, machten wir uns an den Abstieg vom Gipfel Richtung Gliederferner. Wir ueberquerten den Gletscher, stiegen in die Untere Weisszintscharte auf und schon ging es hinunter zur Edelrauthuette, wo wir auf die gelungene Tour anstiessen. Den Abstieg von der Huette hinunter zum Auto brachten wir dann sehr schnell hinter uns. Die Tour jedenfalls war, vor allem durch den Neuschnee, anspruchsvoller als wir anfangs dachten und auch sehr lang, aber auch sehr schoen und gehoert sicher zu den einsamsten Touren des Gebiets (laut Huettenwirt waren wir die ersten dieses Jahres die diese Tour gemacht haben)….
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Date: 30.09.2010
Owner: Florian
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